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Hier finden Sie die aktuellsten Regelungen für das gemeindliche Leben auf Grundlage der behördlichen Richtlinien( zuletzt geändert am 10.7.2020 durch das Land Niedersachsen)  gänzlich neu formuliert und geordnet.

Aktualisierung am 21. September 2020 mit redaktionellen Anpassungen sowie mit dem neu bereitgestellten Beiblatt zur Feier der Heiligen Abendmahls (vgl. IIc)



Umgang mit der Corona-Pandemie im kirchlichen Leben

Die nachfolgenden Regelungen und Empfehlungen basieren auf der Niedersächsischen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in der aktuellen Fassung vom 10. Juli 2020. Alle im Text genannten Paragraphen beziehen sich auf diese Niedersächsische Verordnung.

Verordnung des Landes Niedersachsen in der aktuell gültigen Fassung

Diese Bestimmungen der Verordnung gelten nach neuen Angeben der Landesregierung mindestens bis zum 30. September 2020.

In den anderen Bundesländern variieren die Regelungen teilweise erheblich; dies gilt es zu beachten. Die aktuellen Verordnungen für die übrigen Bundesländer finden Sie hier:

Baden-Württemberg - Bayern - Bremen - Hamburg - Mecklenburg-Vorpommern - Sachsen - Schleswig-Holstein

 

I. Grundsätzliches
Die Corona-Epidemie stellt unseren Gemeinsinn und unsere Besonnenheit auf die Probe. Der verantwortliche Umgang mit den Risiken ist auch für Kirche und Gemeinden eine besondere Herausforderung. Wir tragen Mitverantwortung für den Schutz unserer Gemeindeglieder und für unsere haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Ganz besonders müssen wir auf den Schutz kranker und älterer Menschen achten. Wir wollen zugleich Wege finden, wie wir gerade in dieser Ausnahmesituation die Botschaft des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung miteinander teilen und aktiv an andere weitergeben können.

Die durch staatliche Regelungen angeordneten Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelten auch für alle Kirchen, Kirchengemeinden und kirchlichen Organisationen. Jeder Kirchenrat/jedes Presbyterium ist für die Umsetzung der Regelungen vor Ort selbst zuständig. Sie tragen auch die Verantwortung für die Einhaltung der vorgegebenen Regelungen.

Für alle Veranstaltungen in Kirchengemeinden gilt, dass der Kirchenrat bzw. das Presbyterium entscheiden muss, ob sie stattfinden und wenn ja: unter welchen Voraussetzungen.

a. Allgemeines Abstandsgebot
Grundsätzlich gilt, dass in der Öffentlichkeit und in Einrichtungen, die für den allgemeinen Besuchs- oder Kundenverkehr geöffnet sind, alle Personen soweit möglich einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten haben (Abstandsgebot). Dies gilt nicht für Personen, die dem eigenen Hausstand oder einem weiteren Hausstand oder einer Gruppe von nicht mehr als zehn Personen angehören (§ 1). In Bezug auf die Regelungen zu der Zehn-Personen-Gruppe wird klargestellt, dass es sich dabei um eine Gruppe handeln muss, die sich vorab bewusst und nicht erst in der Veranstaltung zusammengeschlossen hat.

b. Notwendige Inhalte der Hygienekonzepte
Regelmäßig ist für alle Angebote und Aktivitäten ein schriftliches Hygienekonzept (§ 3) zu erstellen, das regelt,
1. wie viele Personen, unter Berücksichtigung der Raumkapazitäten und des Abstandsgebotes teilnehmen dürfen,
2. wie sichergestellt wird, dass das Abstandsgebot eingehalten wird,
3. wie größere Personenzahlen zum Beispiel beim Ein- und Ausgang gesteuert werden, um Warteschlangen zu vermeiden und das Abstandsgebot einhalten zu können,
4. dass Oberflächen und Gegenstände, die häufig von Personen berührt werden, und Sanitäranlagen regelmäßig und ausreichend gereinigt werden,
5. dass Räume durch die Zufuhr von Frischluft ausreichend und regelmäßig gelüftet werden.

Informationen zum Erfordernis des Tragens der Mund-Nasen-Bedeckung finden Sie in den jeweiligen nachfolgenden Abschnitten.


II. Gottesdienste (§ 23)

a. Gottesdienste in Räumen
Die Entscheidungen darüber, ob und wie Gottesdienste gefeiert werden, treffen die Kirchenräte und Presbyterien vor Ort. Sie sind dafür verantwortlich, die notwendigen Hygienekonzepte zu erarbeiten und sicherzustellen.

Gottesdienste sind unter eingeschränkten Bedingungen möglich. Notwendig ist, dass ein schriftliches Hygienekonzept (vgl. Kap. I. b.) besteht.

Besucherinnen und Besucher haben eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, solange sie nicht einen Sitzplatz eingenommen haben (§ 2 Abs. 4).

Auch im Gottesdienst gilt die allgemeine Abstandsregel. Personen, die dem eigenen Hausstand oder einem weiteren Hausstand oder einer Gruppe von nicht mehr als zehn Personen angehören, dürfen zusammensitzen. Die sogenannte Zehn-Personen-Regel bedeutet nicht, dass grundsätzlich jeweils zehn Personen im Gottesdienst zusammensitzen dürfen. Es handelt sich vielmehr um Gruppen, die sich freiwillig entscheiden, den Gottesdienst gemeinsam zu besuchen und sich deshalb zusammensetzen. Die Abgrenzung kann im Einzelfall schwierig sein. Es ist daher notwendig, dass sich solche Gruppen spätestens am Eingang zum Gottesdienst entsprechend melden. Und es ist zu empfehlen, solche Gruppen zu registrieren, wenn sie mehr als zwei Haushalten angehören. Alle anderen Personen müssen auch im Gottesdienst 1,5 m Abstand zueinander halten.

Die Dokumentation der Teilnehmer eines Gottesdienstes ist nach der niedersächsischen Verordnung zumindest in Räumen nicht zwingend.

Hilfreich für ein Hygienekonzept kann weiterhin die Handreichung der Evangelisch-reformierten Kirche "Gottesdienste feiern in Zeiten der Corona-Pandemie", die am 6. Mai 2020 allen Kirchen zugestellt wurde, sein, allerdings sind die hier auf der Webseite dargestellten Aktualisierungen der Corona Verordnungen zu berücksichtigen.

Eine Übersicht über gottesdienstliche Regelungen in anderen Bundesländern finden Sie hier: Download PDF


b. Gottesdienste im Freien

Für Gottesdienste im Freien gelten grundsätzlich dieselben Regelungen, die auch für Gottesdienste in Räumen gelten, mit folgenden Unterschieden (§ 25):

  • es dürfen maximal fünfhundert Personen teilnehmen,
  • die Besucherinnen und Besucher müssen an dem Gottesdienst sitzend, mit entsprechendem Abstand teilnehmen, damit die vorgeschriebenen Abstandsregeln auch im Gottesdienstverlauf eingehalten bleiben,
  • eine Mund-Nasen-Bedeckung ist nicht zwingend notwendig,
  • die Dokumentation der Anwesenden beim Gottesdienst ist vorgeschrieben (§ 23 und § 25 Abs. 2).


c. Abendmahl

Bei einem Abendmahl gelten auch die allgemeinen Regelungen, wie bei Gottesdiensten. Nur im Rahmen dieser Regelungen kann ein Abendmahl stattfinden. Dies bedeutet, dass in dem Fall, in dem das Abendmahl nicht am Platz eingenommen wird, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen ist. Zudem ist bei Personen, die nicht zwei Haushalten oder einer gemeinsamen Gruppe von zehn Personen angehören, der Abstand von 1,5 Metern sicherzustellen.

Es sollen möglichst keine gemeinsamen Gegenstände benutzt werden. Dies macht ein Abendmahl im Kreis um den Abendmahlstisch faktisch unmöglich und ein Wandel-Abendmahl problematisch. Die Nutzung eines Gemeinschaftskelches ist bis auf Weiteres ausgeschlossen. Auch das Eintauchen des Brotes in den Kelch (Intinctio) soll nicht praktiziert werden. Liturgische Handlungen, die mit Berührung verbunden sind, sollen unterbleiben. Einzelkelche sind in einem Gottesdienst nur einmal und von einer Person zu verwenden.

Möglich ist es, in vorab gebildeten Gruppen, die im Gottesdienst zusammensitzen, das Abendmahl auszuteilen. Bei der Feier des Abendmahls unter den vorgenannten Voraussetzungen ist in jedem Fall sicherzustellen, dass sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Feier des Abendmahls die erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Die Austeilenden haben eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Bei der Wiederaufnahme der Präsenz-Gottesdienste im Frühsommer hat die Evangelisch-reformierte Kirche generell von der Feier des Abendmahls abgeraten, da die in reformierten Gemeinden üblichen Formen der Abendmahlsgemeinschaft nicht durchführbar waren.

Nun gibt es einen Vorschlag zur Durchführung von Abendmahlsfeiern, der vor allem auf der inzwischen gegebenen Möglichkeit der Gruppenbildung beruht: Beiblatt zur Feier des Heiligen Abendmahls vom 21. September 2020


d. Taufen/Trauungen/Konfirmationen
Für Gottesdienste aus Anlass von Taufen, Trauungen oder Konfirmationen gelten die allgemeinen Gottesdienstregelungen.

Bei den privaten Feiern, die im Anschluss an diese Zeremonien erfolgen, können bis zu fünfzig Personen teilnehmen, allerdings sind auch hierbei die allgemeinen Abstandsregelungen einzuhalten. Dies ist insbesondere bei Feiern im öffentlichen Raum oder in angemieteten Räumlichkeiten (siehe unten VIII c.) zu beachten (§ 1 Abs. 5 Nr. 1 und 2).


e. Beerdigungen

Für Gottesdienste anlässlich einer Beisetzung sollte geprüft werden, ob die Trauerfeier anstelle in einer kleineren Friedhofskapelle auch in der Kirche oder im Freien stattfinden kann. Da es sich auch hierbei um einen Gottesdienst handelt, ergibt sich die Höchstzahl der Teilnehmenden aus dem jeweiligen Raumangebot in Kapelle, Kirche oder Freiluftplatz.

Am letzten Gang zur Grab- oder Beisetzungsstelle und während des Aufenthaltes an der Grab- oder Beisetzungsstelle dürfen bis zu fünfzig Personen teilnehmen. Dabei ist auf die allgemeinen Abstandsregelungen zu achten (§ 1 Abs. 5 Nr. 3).



III. Kirchenmusik

a. Orgel
Das Orgelspiel bei Gottesdiensten kann in gewohnter Weise stattfinden, wenn die Abstandsregelungen eingehalten werden. Orgelunterricht kann in der Kirche erteilt werden. Dabei ist auf die Wahrung des Abstands zu achten. Familiennamen, Vornamen, vollständige Anschrift und Telefonnummer jeder teilnehmenden Person sind zu dokumentieren und für drei Wochen aufzubewahren.


b. Gemeinde und Chorgesang

Gemeinde- und Chorgesang im Gottesdienst sind nicht explizit verboten.

Gemeindegesang:
Ob das Infektionsrisiko beim Gemeindegesang tragbar ist, wird derzeit von Wissenschaftlern kontrovers diskutiert. Nach dem derzeitigen Stand der Forschung führt das Singen zu einer hohen Abgabe von Aerosolen und erhöht das Infektionsrisiko. Bis es diesbezüglich eine belastbare Klärung gibt, sollte bei Gottesdiensten in Räumen auf den Gemeindegesang verzichtet werden. Bei Gottesdiensten im Freien ist Gemeindegesang möglich. Allerdings empfiehlt die für die Kirchen zuständige Berufsgenossenschaft (VBG) beim Singen einen größeren Abstand (mindestens 3 Meter).

Chorgesang bei Veranstaltungen:
Eine Studie der Charité und der Technischen Universität Berlin kommt zu dem Ergebnis, dass auf Gesang großer Chöre in Räumen zu verzichten ist, sofern die jeweiligen Räume kein maschinelles Lüftungssystem haben. Die Aerosolbelastung in der Atemluft übersteigt in den meisten Räumen sehr schnell kritische Grenzen. Nur bei einer ausreichenden, maschinellen Belüftung der Räume ist Chorgesang in geschlossenen Räumen unproblematisch möglich.

In Kirchen und anderen Räumen ist Gesang im Gottesdienst und bei Veranstaltungen, auch im Zusammenspiel mit der Orgel, möglich. Dabei ist zu beachten, dass die Aerosolbelastung von der Dauer des Singens abhängt. Je kürzer die Dauer des Chorsingens ist, desto geringer ist die Aerosolbelastung. Es ist dabei auf ausreichend Abstand zu achten. Die zuständige Berufsgenossenschaft (VBG) empfiehlt einen Abstand von mindestens 3 Metern, bei intensivem, professionellem Gesang bis zu 6 Metern. Sofern mit einer Mund-Nasenbedeckung gesungen wird, kann der Abstand etwas verringert werden.

Denkbar ist der Einsatz von Solisten oder einer Kleingruppe von Sängerinnen und Sängern. Die maximale Anzahl der Sänger ist abhängig von der Größe des Raums. Die zulässige Anzahl der Gottesdienst- bzw. Veranstaltungsbesucher sollte um die Zahl der eingesetzten Sängerinnen und Sänger verringert werden.

Bei Freiluftgottesdiensten und anderen Veranstaltungen im Freien ist auch der Einsatz etwas größerer Chöre möglich. Auch hier gilt aber die Empfehlung, einen Abstand von 3 Metern und zu anderen Mitwirkenden und Teilnehmenden einzuhalten.

Chorproben:
Eine Beschränkung der Anzahl der Teilnehmenden an einer Probe besteht nach der Corona-Verordnung in Niedersachsen nicht mehr. Insoweit sind insbesondere Proben im Freien möglich.

In Räumen bleibt die Gefahr der kritischen Virenbelastung durch Aerosole bestehen. Bei Proben in Räumen wird daher empfohlen, die Zahl der Teilnehmenden deutlich zu begrenzen, sofern kein maschinelles Lüftungssystem vorhanden ist. Räume für Chorproben müssen ausreichend groß und gut belüftet sein. Die maximale Anzahl von Teilnehmenden hängt von der jeweiligen Raumgröße ab. Auch hier empfiehlt die Berufsgenossenschaft (VBG) einen Abstand von mindestens 3 Metern einzuhalten.

Das Hygienekonzept, das schriftlich zu erstellen ist, muss zudem Folgendes sicherstellen:

  • Die Räumlichkeiten müssen ausreichend groß und gut durchlüftet sein, auch um die Gefahr der Ausbreitung des Virus durch Aerosole zu minimieren. Proben sollten daher vorzugsweise in den Kirchen oder in Räumen mit einem vergleichbaren Raumvolumen durchgeführt werden. Eine ausreichende Durchlüftung ist sicherzustellen. Empfohlen wird eine Lüftungspause von mindestens fünfzehn Minuten nach spätestens fünfundvierzig Minuten Probe.
  • Bei Erkältungssymptomen ist eine Teilnahme am Unterricht bzw. an den Proben nicht möglich. Personen mit Erkältungssymptomen dürfen die Räumlichkeiten nicht betreten.
  • Alle Teilnehmenden haben ausreichend Abstand zueinander zu halten. Der rechtlich vorgeschriebene Abstand von mindestens 1,5 Metern von Personen verschiedener Hausstände ist auch beim Betreten und Verlassen des Raumes unbedingt einzuhalten.
  • Die zuständige Berufsgenossenschaft empfiehlt, während des Singens einen Abstand von mindestens 3 Metern einzuhalten.
  • Die Räumlichkeiten sind einzeln und mit Mund-Nasen-Bedeckung zu betreten. Die Mund-Nasen-Bedeckung ist immer dann zu tragen, wenn die Teilnehmenden nicht an ihrem Platz sind.
  • Möglichkeiten der Handreinigung bzw. Handdesinfektion sind vor Ort vorzuhalten und sollen beim Betreten und Verlassen der Räumlichkeiten genutzt werden.
  • Es dürfen keine Gegenstände (zum Beispiel Noten etc.) von mehreren Personen benutzt werden. Nach Benutzung sind alle Gegenstände, die danach von anderen Personen genutzt werden, zu desinfizieren.
  • Begleitpersonen sollen die Räume nur betreten, wenn dies zwingend notwendig ist. Insbesondere beim Unterricht von Kindern ist das Warten der Eltern in den Räumlichkeiten zu vermeiden, weil es nicht nur zu einer erhöhten Aerosolproduktion, sondern auch zu unnötigem Dokumentationsaufwand führen würde.
  • Familiennamen, Vornamen, vollständige Anschrift und Telefonnummer jeder teilnehmenden Person müssen dokumentiert und für drei Wochen aufbewahrt werden.
  • lle Teilnehmenden sind vor dem Unterricht bzw. den Proben über die bestehenden Hygieneregeln zu informieren (Merkblatt aushändigen). Der Kirchenrat hat eine Person (i.d.R. die Chorleitung) zu bestimmen, die dafür verantwortlich ist, die Einhaltung der Hygieneregelungen zu beaufsichtigen.


c. Einsatz und Proben von Posaunenchören

Einsatz von Blasinstrumenten bei Veranstaltungen:
Untersuchungen haben ergeben, dass die Aerosolbelastung durch Blasinstrumente etwas geringer ist als beim Chorgesang. In Kirchen und anderen Räumen ist der Einsatz von Blasinstrumenten im Gottesdienst und bei Veranstaltungen möglich. Dabei ist zu beachten, dass die Aerosolbelastung von der Dauer des Einsatzes abhängt. Je kürzer die Dauer des Spielens, desto geringer ist die Aerosolbelastung. Beim Spielen ist dabei auf ausreichend Abstand zu achten. Die zuständige Berufsgenossenschaft (VBG) empfiehlt einen Abstand von mindestens 3 Metern. Die maximale Anzahl der Bläser ist abhängig von der Größe des Raums. Bei Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen in Räumen sollte die maximale Besucherzahl um die Anzahl der anwesenden Bläser reduziert werden. Auch in sehr großen Kirchen mit viel Abstand sollten nicht mehr als 10 Bläser eingesetzt werden.

Bei Freiluftgottesdiensten und anderen Veranstaltungen im Freien ist auch der Einsatz etwas größerer Bläserensembles möglich. Auch hier gilt aber die Empfehlung, einen Abstand von 3 Metern zu anderen Mitwirkenden und Teilnehmenden einzuhalten.

Proben von Bläserinnen und Bläsern:
Eine Beschränkung der Anzahl der Teilnehmenden an einer Probe besteht nach der Corona-Verordnung in Niedersachsen nicht mehr. Insoweit sind insbesondere Proben im Freien möglich.

Bei Proben in Räumen bleibt die Gefahr der kritischen Virenbelastung durch Aerosole bestehen. Bei Proben in Räumen wird daher empfohlen, die Zahl der Teilnehmenden weiterhin deutlich zu begrenzen, sofern kein maschinelles Lüftungssystem vorhanden ist. Räume für Chorproben müssen ausreichend groß und gut belüftet sein. Die maximale Anzahl der Teilnehmenden hängt von der jeweiligen Raumgröße ab. Auch diesbezüglich empfiehlt die Berufsgenossenschaft (VBG), einen Abstand von mindestens 3 Metern einzuhalten.

Das Hygienekonzept, das schriftlich zu erstellen ist, muss die bereits bei Chorproben benannten Punkte enthalten. Für Bläserinnen und Bläser gilt darüber hinaus:

  • Alle Teilnehmenden bringen für sich einen mindestens einen Liter fassenden verschließbaren Behälter zum Entsorgen ihres Kondenswassers mit. Den füllen sie zu Hause wahlweise mit etwas Sand oder auch einigen Einmaltüchern. Beides soll anschließend zu Hause entsorgt werden.
  • Die Unterrichtsteilnahme ist nur möglich, wenn jeder und jede eigenverantwortlich das Auffangen des Kondenswassers wie beschrieben gewährleistet.
  • Auf „Lippenbuzzing“ und reine Mundstückübungen sollte bis auf weiteres verzichtet werden.

Auch im Blick auf die Durchführung der Proben von Chören und Bläsern hat der Kirchenrat/das Presbyterium zu beschließen, dass entsprechende Angebote in den Kirchen oder Gemeindesälen möglich sind. Es ist ein örtliches Hygienekonzept zu beschließen, das auch regelt, wo die gesammelten Daten aufbewahrt werden. Verantwortlich für den abstandsgerechten Aufbau der Stühle vor dem Unterricht sind die Unterrichtenden.


IV. Kirchliche Angebote und Veranstaltungen

a. Kirchliche Veranstaltungen
Alle kirchlichen Gremien und Zusammenkünfte, wie zum Beispiel gemeindliche Gruppen, können wieder stattfinden, wenn sichergestellt ist, dass jede Person beim Betreten, Verlassen und beim Aufenthalt das allgemeine Abstandsgebot einhält (§ 24 Abs. 3). Bei Angeboten der Evangelischen Erwachsenenbildung sind die Kontaktdaten der Teilnehmenden zu dokumentieren (§ 18 S. 2). Damit keine Irritationen entstehen, empfiehlt es sich, bei allen kirchlichen Veranstaltungen (mit Ausnahme von Gottesdiensten) die Kontaktdaten zu erheben.

Hierfür muss ein vom Kirchenrat/Presbyterium beschlossenes Hygienekonzept (vgl. Kap. I. b.) für die Gemeinderäume vorliegen und allen Gruppen und Kreisen bekannt sein.


b. Basare etc.

Messen, Spezialmärkte und ähnliche Veranstaltungen mit gemeinnütziger Bestimmung, wie zum Beispiel kirchliche Basare, können wieder unter freiem Himmel stattfinden (§ 5 Abs. 1 Nr. 2). Auch hierfür ist ein entsprechendes Hygienekonzept (vgl. Kap. I. b.) zu erstellen, bei dem berücksichtigt wird, dass die Abstands- und Hygieneregelungen eingehalten werden und eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen wird.

Großveranstaltungen (dies sind in Niedersachsen Veranstaltungen mit über tausend Teilnehmenden) sind auf jeden Fall bis 31. Oktober 2020 untersagt.


c. Kulturelle Veranstaltungen

Kulturelle Veranstaltungen, wie zum Beispiel Konzerte oder ähnliches können wieder stattfinden. Es dürfen maximal fünfhundert Personen teilnehmen, alle Personen müssen die allgemeinen Abstandregeln einhalten und einen Sitzplatz haben. Die Veranstaltung kann sowohl in Räumen als auch im Freien stattfinden. Es ist für die Veranstaltung ein Hygienekonzept zu erstellen (vgl. Kap. I. b.). Bei Veranstaltungen in Räumen ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, solange die Besucherinnen und Besucher die Sitzplätze nicht eingenommen haben.

Damit eine Infektionskette ggf. nachvollzogen werden kann, sind die Veranstalter dazu verpflichtet, Name, Anschrift und Telefonnummer aller Besucherinnen und Besucher aufzunehmen und drei Wochen aufzubewahren.

Führungen von Gruppen unter freiem Himmel sind zulässig. Dies gilt zum Beispiel für Führungen an einer Kirche oder auf einem historischen Friedhof. Es ist sicherzustellen, dass das allgemeine Abstandsgebot eingehalten wird. Zudem ist jede teilnehmende Person verpflichtet, während der Führung eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Für Führungen in Kirchen gelten die Regelungen für Veranstaltungen in Räumen, das heißt, die Teilnahme muss sitzend erfolgen. Eine eigenständige Besichtigung der Kirchen ohne Führung ist möglich. Hierbei ist aber dafür Sorge zu tragen, dass die Abstands- und Hygieneregelungen durch die Besucher eingehalten werden.


d. Gemeindefahrten

Touristische Busreisen sind unter Auflagen wieder möglich. Da allerdings der Veranstalter für die Einhaltung aller Auflagen verantwortlich ist, empfehlen wir, dass Kirchengemeinden, die solche Fahrten anbieten wollen, nicht selbst Veranstalter sind, sondern die Fahrten über professionelle Reiseunternehmen durchführen lassen.


V. Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

a. Konfirmandenunterricht
In Niedersachsen ist der Konfirmandenunterricht in Einrichtungen der Kirchengemeinde unter der Voraussetzung zulässig, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Das heißt, dass jede Person beim Betreten und Verlassen der Einrichtung sowie beim Aufenthalt in der Einrichtung einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht dem eigenen Hausstand angehört, einhält. Auch hierfür ist ein Hygienekonzept zu erstellen (vgl. Kap. I. b.), das mögliche Ansteckungsgefahren minimiert. Dieses Konzept sollte sich an den Empfehlungen zum Gottesdienst orientieren.

b. Kindergottesdienste
Es gelten weiterhin die Empfehlungen aus dem Rundschreiben Nr. 008/2020 von 17. Juni 2020. In Abstimmung mit der EKD wird dringend angeraten, das Feiern von Kindergottesdiensten aufgrund der aktuellen Lage nicht übereilt in den Gemeinden vor Ort anzubieten, sondern frühestens nach den Sommerferien in den Blick zu nehmen.

Siehe Rundschreiben vom 17. Juni 2020 als pdf.


c. Gemeindliche Angebote für Kinder und Jugendliche
Zulässig sind gemeindliche Angebote für Kinder- und Jugendgruppen bis zu fünfzig Personen einschließlich der Aufsichtspersonen. Auch hierfür ist ein Hygienekonzept zu erstellen. Wir empfehlen, sich an dem allgemeinen Hygienekonzept des Landesjugendringes Niedersachsen zu orientieren.

https://www.ljr.de/grundlagen/corona/hygienekonzept.html

Zudem ist es verpflichtend den Familiennamen, den Vornamen, die vollständige Anschrift und eine Telefonnummer jeder Teilnehmerin bzw. jedes Teilnehmenden zu dokumentieren und die Daten für die Dauer von drei Wochen aufzubewahren. Ohne diese Dokumentation darf der Zutritt zu dem Angebot bzw. der Jugendgruppe nicht gewährt werden. Die Dokumentation ist dem zuständigen Gesundheitsamt auf Verlangen vorzulegen. Spätestens einen Monat nach Beendigung der Aufführung sind die Daten der betreffenden Person zu löschen.


d. Eltern-Kind-Gruppen
Gemeinsame Angebote für Eltern und Kinder sind möglich. In diesem Fall ergibt sich die maximale Anzahl der Teilnehmenden durch das Platzangebot beim Veranstaltungsort. Bei diesen Angeboten ist sicherzustellen, dass das allgemeine Abstandsgebot eingehalten wird und ein schriftliches Hygienekonzept vorliegt (vgl. Kap. I. b.). Die Kontaktdaten der Teilnehmenden sind zu dokumentieren und für drei Wochen aufzubewahren.


e. Konfirmanden-, Jugend- und Familienfreizeiten
Freizeiten von Gruppen Minderjähriger sind nur bis zu einer Gruppengröße von fünfzig Personen zulässig. Auch hierfür ist ein Hygienekonzept zu erstellen. Wir empfehlen, sich an dem allgemeinen Hygienekonzept des Landesjugendringes Niedersachsen zu orientieren.

https://www.ljr.de/grundlagen/corona/hygienekonzept.html

Sofern Reisen abgesagt werden, können möglicherweise Ausfall- und Stornokosten entstehen. Diese sind nicht durch eine Versicherung abgedeckt. Die Landeskirche prüft derzeit, inwieweit sie sich an den Ausfallkosten beteiligen kann. Bitte reichen Sie ggf. beim Landesjugendpfarramt einen Nachweis über entstandene unabweisbare Stornokosten ein.


VI. Seelsorge
Zum Selbstschutz und vor allem zum Schutz anderer ist es ratsam, persönliche Kontakte in der Seelsorge derzeit auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren. Stattdessen sind die Pastorinnen und Pastoren und die ehrenamtlich Tätigen gebeten, Seelsorge vor allem per Telefon und Brief zu leisten und feste Telefon-Sprechstunden anzubieten.

Seit dem 11. Mai 2020 gilt in Niedersachsen, dass Seelsorgerinnen und Seelsorgern der Zugang zu Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Heimen und unterstützenden Wohnformen sowie Einrichtungen der Tagespflege zu gewähren ist. Dies kann allerdings mit Auflagen verbunden werden, die die Gefahr einer Infektion vermindern. Es ist stets im Einzelfall zu prüfen, ob ein Besuch in einem Heim aus seelsorgerlichen Gründen notwendig ist. Insbesondere sind die Auflagen der jeweiligen Hausleitung zu beachten.

Grundsätzlich gilt auch für seelsorgerliche Gespräche, dass das allgemeine Abstandsgebot einzuhalten ist.


VII. Diakonie

a. Kindertagesstätten (§ 16)
Ab dem 22. Juni 2020 können Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen wieder öffnen und allen Kindern einen Betreuungsplatz anbieten. Die Notbetreuung läuft zu diesem Datum aus, es wird auf einen eingeschränkten Betrieb der Kindertageseinrichtungen umgestellt. Der eingeschränkte Betrieb sieht ein Betreuungsangebot für alle Kinder vor, die in der jeweiligen Kindertageseinrichtung einen Betreuungsplatz haben, allerdings gibt es erhebliche Einschränkungen. So sind zum Beispiel offene Gruppenkonzepte sowie die Durchmischung von Gruppen nicht zulässig. Die Gruppen sind innerhalb der Kindertagesstätte voneinander zu trennen.

Darüber hinaus beachten Sie bitte die besonderen Anweisungen der Behörden (vor allem der Gesundheitsämter).

Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite des Kultusministeriums.


b. Weitere diakonische Angebote
Soziale und karitative Veranstaltungen kirchlicher Träger sind möglich. Dazu gehören Gruppen- oder Beratungsangebote. Auch hier sind das Einhalten der Abstandregeln und ein Hygienekonzept (vgl. Kap. I. b.) vorgeschrieben.


VIII. Organisatorisches

a. Gremienarbeit
Die Arbeit kirchlicher Gremien ist auch in Präsenzsitzungen möglich. Für die Arbeit der Gremien gelten die gleichen Regelungen, die für kirchliche Veranstaltungen gelten (vgl. Kap. IV.a.)


b. Gemeindebüros
Gemeindebüros können grundsätzlich geöffnet werden. Es ist allerdings sicherzustellen, dass auch hier das Abstandsgebot eingehalten wird. Gegebenenfalls sollten Mitarbeitende, die Besucherverkehr haben, durch eine Abtrennung durch Plexiglas oder ähnlich geschützt werden.


c. Dienstreisen, Besprechungen und Konferenzen

Bei allen beruflichen Kontakten ist, soweit dies irgend möglich ist, das Abstandsgebot einzuhalten. Dies gilt insbesondere für dienstliche Besprechungen. Dienstreisen können stattfinden, allerdings ist das individuelle Risiko für Mitarbeitenden auf ein Minimum zu reduzieren. Es sollte sichergestellt sein, dass Mitarbeitende nur mit einer kleinen Personengruppe zusammentreffen und dass sowohl auf dem Weg als auch am Zielort das Abstandsgebot eingehalten werden kann.


d. Vermietung gemeindlicher Räume für private Veranstaltungen
Die Vermietung von Gemeindehäusern oder ähnlichen ist zulässig, soweit die jeweilige Veranstaltung zulässig ist. Möglich ist es etwa Räume an private Bildungsträger oder für Tauf-, Hochzeits-, Konfirmations- oder Trauerfeiern bis fünfzig Personen zu vermieten. Dabei ist es wichtig, die Räumlichkeiten so herzurichten, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können. Die Nutzer sind ausdrücklich auf die Einhaltung der Corona-Regeln zu verpflichten.


e. Arbeits- und dienstrechtliche Fragestellungen
Auch angesichts der Covid-19-Pandemie gilt weiterhin, dass die Mitarbeitenden aus dem Dienstvertrag grundsätzlich zur Erbringung des vereinbarten Dienstes verpflichtet sind. Dies gilt zunächst auch für Mitarbeitende, für die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe eine besondere Gefährdung durch eine Infektion mit dem Covid-19-Erreger besteht. Voraussetzung ist jedoch, dass das Risiko einer Infektion nach betriebsärztlicher Einschätzung vertretbar ist. Dafür tragen beide Seiten eine jeweils eigene Verantwortung.

Gemäß § 618 BGB hat der Arbeitgeber aber eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitenden und ist gemäß § 3 Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Da die Arbeits- und dienstrechtlichen Fragestellung in diesem Zusammenhang sehr vielfältig sein können, bieten wir auch diesbezüglich die Beratung im Einzelfall an.
Ansprechpartner sind:

  • Martin Mansholt: martin.mansholt@reformiert.de - Tel.: 0491 9198-206
  • Inka Gronewold: inka.gronewold@reformiert.de - Tel.: 0491 9198-202
  • Helge Johr: helge.johr@reformiert.de - Tel.: 0491 9198-113

Für alle weiteren Rückfragen zu der Verordnung stehen Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung:

  • Frank Landheer: frank.landheer@reformiert.de - Tel.: 0491 9198-242
  • Ilona Terdevci: ilona.terdevci@reformiert.de - Tel.: 0491 9198-217
  • Helge Johr: helge.johr@reformiert.de - Tel.: 0491 9198-113


Das Moderamen der Gesamtsynode hat am 15. Juli 2020 diese Fassung beschlossen und den Kirchenpräsidenten gebeten, situationsbedingte Anpassungen vorzunehmen. Dies ist am 3. September 2020 im Blick auf die Kirchenmusik und am 21. September im Blick vor allem auf Gottesdienste und Abendmahl geschehen.

 


Wenn Sie diesen Text ausdrucken und weitergeben möchten: pdf als Download (aktualisierte Fassung vom 21.9.2020)